Fische
20. Februar bis 20. März

Sternzeichen Fische

Träume und bittere Wahrheiten

Ein Fisch saugt die ihn umgebende Atmosphäre mit übersinnlichen Fähigkeiten auf und passt sich schlagartig an. So kann er nach fröhlichen Tagen auf unerklärliche Weise in Weltschmerz versinken, was Freunde und Partner oftmals ratlos danebenstehen lässt. Halten Sie einfach seine Hand und reichen Sie ihm ein Taschentuch. Nicken Sie bestätigend, wenn er Ihnen wieder und wieder erklärt, wie schlecht die Welt ist, und versuchen Sie ihn irgendwie ins Bett zu manövrieren, damit er schnellstens in Schlaf versinkt.
Am nächsten Tag daran erinnert, wird der Fisch Sie ungläubig anstaunen, denn es scheint doch die Sonne und die Vögel zwitschern. Wer könnte da denn traurig sein ...?

Das astrologische Jahr neigt sich dem Ende zu - die Vorräte auch. Also ist es jetzt sowieso sinnvoller, die Tage zu verschlafen, bis der Frühling kommt. Der Winter will kein Ende nehmen, alle Kraft ist fast verbraucht. So wird in dieser Zeit das angeblich schwächste aller Tierkreiszeichen geboren: der Fisch.
Das Verwirrspiel der Fische geht schon damit los, dass man nie so recht weiß, was nun Fisch-Sache ist. Allein schon die Schaltjahre! Da ist man erst am 19. Februar ab 12 Uhr Fisch und dann hat man nur alle 4 Jahre Geburtstag, weil man vielleicht am 29. Februar geboren wurde. Und am 20. März gibt er auch schon ab Mittag auf und überlässt das Feld dem Widder. Ist das alles kompliziert!
Wer soll sich da also noch auskennen? Ist doch kein Wunder, dass man verzweifelt in beide Richtungen schwimmt, um irgendwo doch einen Ausweg aus dem Chaos zu finden.

Na ja, andererseits, wenn man so recht überlegt, dann hat die Natur dem Fisch nur einen Gefallen getan und den Februar deswegen kürzer gemacht, um ihn am schnellsten über die dunkle Jahreszeit zu bringen und den März mit dem Hauch eines neuen Lebens zu versehen. Und um den Zweifler Fisch auch dran glauben zu lassen, werden als Hoffnungsschimmer die Tage schließlich auch "sichtbar" wieder länger.

Alles verstanden? Nein? Dann sind Sie noch nicht in der Fische-eigenen Logik unterwiesen. Voraussetzung allerdings ist, dass Sie sich auch Mühe geben, sonst wird Ihnen diese faszinierende Welt der Irr-Rationalität auf ewig verborgen bleiben.
Als unselbstständige Träumer werden die Fische abgetan - dabei gehören sie tatsächlich zu den (Über-)Lebenskünstlern aller Sternzeichen. Denn niemand macht sich so viele Gedanken über das Leben an sich, niemand wird durch das Leben an sich mehr verletzt und niemand schafft es, trotz aller Tragödien wieder aufzustehen und der Welt lächelnd ins Gesicht zu blicken, als ob nichts gewesen wäre. Im Gegensatz zum Wassermann, der ständig am Rand des Abgrunds entlangtanzt, reifen die Fische mit jeder negativen Erfahrung und sind so wie kein anderer dazu prädestiniert, als Prediger und Lebensberater ihren Teil zu dieser Welt beizutragen.

Morpheus/Neptun, der Gott des Schlafes, hat diese empfindlichen Wesen unter seine Fittiche genommen. Er hat für sie eine Traumwelt geschaffen, in der sich die Fische jederzeit von den rauen Winternächten und Stürmen da draußen in der bitterkalten Welt zurückziehen können, um bis zur Zeit des Frühlings zu überleben. Dort in Neptuns Welt sind Märchen, Mythen und Legenden Realität. Und der Fisch kann sich endlich fallen lassen in einer Welt voll Harmonie und Wunder, um seiner ursprünglich einzigen Aufgabe nachzukommen, nämlich die Quadratur des Kreises zu lösen. Niemand stört ihn dort, und somit kann er sich mit voller Hingabe als Baumeister des Universums betätigen.
Mit leicht abwesendem Blick kehrt er dann auf die Erde zurück und niemand macht sich die Mühe festzustellen, was er in der Zwischenzeit Großartiges geleistet hat.

Nachdem in seiner Traumwelt viel Fröhlichkeit herrscht und oft gelacht wird, nimmt der Fisch vieles davon in seine Wachzustände mit, als Panzer gegen brutale Leute, die ihn mit unangenehmen Pflichten und Aufgaben fordern. Als Strafe dafür sehen diese sich plötzlich mit einem Harlekin konfrontiert, der ihnen den Wind aus den Segeln nimmt und ein Lächeln auf ihr Gesicht zaubert. Doch falls man sich die Mühe macht, hinter die Maske des Fisches zu schauen, wird man dort eher das Sinnbild des traurigen Clowns als einen Spaßmacher finden.

Man sagt diesem Sternzeichen sehr viel Negatives nach. Allerdings scheint das nur für andere Leute so, nicht für den Fisch, der sich seiner unglaublichen Fähigkeiten bewusst ist. Der Fisch braucht einen Traum - und das ist sein Weg. Zäher als gedacht, wird er daran festhalten und nach unglaublichen Nackenschlägen wieder aufstehen, um weiter seine Träume auf die Erde zu bringen. Tragisch wird es nur, wenn es aufgrund unglücklicher Umstände einfach zu viel für seine zarten Schultern wird und dieser Traum zerbricht.
Aber auch da hält Neptun seine Arme weit auf, um den Fisch zu umfangen und zu trösten. Und bietet dem Fisch alles, um sein Leid zu vergessen: Drogen, Alkohol und Medikamente oder auch Sekten bieten ihm ein neues Zuhause - sodass er nie mehr in diese grausame Welt zurückmuss, die seine Pläne und Absichten nur verkannt und sein Wolkenschloss zum Einsturz gebracht hat.

Nichts ist schlimmer als ein desillusionierter Fisch, der keinen Traum mehr übrig hat. Aus dem liebenswürdigen Träumer wird ein eiskalter Mensch. Ihm bleiben nur noch Sarkasmus und Härte übrig - einen Mittelweg gibt es nicht. Und mit dem Täuschungsmäntelchen des Neptun versorgt, wandelt er fortan wie ein Chamäleon durch die Welt: anpassen, nicht auffallen, nicht festlegen, im Geheimen seine Pläne schmieden - glitschig wie ein Fisch einfach allem entweichen.

Allerdings ist der Fisch auch wie kein anderes Sternzeichen fähig, sich nach dem Durchwandern sämtlicher unterirdischer Räume mit aller Kraft wieder zur Oberfläche durchzubuddeln - aber leider liegt auch da wieder eine Gefahr. Denn niemand kann nach Phasen des Selbstmitleids so hart gegen sich selbst sein wie der Fisch. Er wird zum Fanatiker und schwört allem ab, was angeblich sein Leben ruiniert hat: Vom Trinker wird er zum striktem Antialkoholiker, Lebenslust schwenkt in Bigotterie um, der Raucher wird zum fanatischen Nichtraucher. Das eine Extrem ist nun zum anderen geworden und mit fast unerträglich missionarischem Eifer zieht er hinaus in die Welt, um die Umwelt vor diesen Abhängigkeiten zu retten.

Fische sind so unauffällig, dass man sie als "selbstverständlich" betrachtet. Erst wenn sie plötzlich nicht mehr da sind, fühlt man eine Leere, die man im Moment nicht einmal genau definieren kann. Dann, und leider erst dann, werden Sie bemerken, wie der Fisch Ihr ganzes Umfeld ver- und bezaubert hat und wie wunderbar er sein ganzes Leben um Sie herumgebaut hat. Ihr Pech - Sie haben es nicht anders verdient und sind für ewig aus dem Paradies ausgeschlossen worden.
Ein Fisch kann alles - und nichts. Dieses "Nichts" kommt daher, dass der Fisch wohl immer den letzten Sprung scheut und lieber anderen den Vortritt lässt, anstatt sich und sein Können in den Vordergrund zu stellen. Allein wird er es kaum schaffen. Er braucht einen verlässlichen Partner, der ihm die Bühne bereitet, damit der Fisch seine Maske aufsetzen kann, um die Rolle seines Lebens zu spielen.

Schafft man ihnen ein Umfeld, in dem die Fische ihre Träume verwirklichen können, und ist man als moralische Unterstützung allzeit bereit, sind die Fische begnadete (Lebens-)Künstler, die "Fantastisches" auf die Beine stellen können. Gemäß seiner Mission wird und muss die Menschheit davon profitieren - nie wird ein Fisch selbstsüchtig in die eigene Tasche wirtschaften. Im Gegenteil: Von seinem letzten Geld bekommt der Obdachlose auch noch die Hälfte ab. Morgen ist ein anderer Tag und mit genügend Gottvertrauen wird es schon irgendwie weitergehen ...

Stärken Flexibel, kreativ, liebenswürdig
Schwächen Unrealistisch, unstet, untertänig

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